
Der Brief des Clemens von Rom an die Korinther
Die Kirche Gottes, die Rom als Fremde bewohnt, an die Kirche Gottes, die Korinth als Fremde bewohnt, an die Berufenen, die geheiligt sind nach dem Willen Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus. Gnade und Friede möge euch vom allmächtigen Gott durch Jesus Christus in Fülle zuteil werden!
1,1. Aufgrund der plötzlichen
und Schlag auf Schlag über uns gekommenen Unglücke
und Mißhelligkeiten haben wir uns, meinen wir, erst
etwas spät gekümmert um die bei euch in Frage
stehenden Angelegenheiten, Geliebte - um den unpassenden
und den Auserwählten Gottes fremden, abscheulichen
und gottlosen Aufruhr, den einige unbesonnene und freche
Personen bis zu einem solchen Grad von Tollheit entfacht
haben, daß euer ehrbarer, allseits bekannter und allen
Menschen liebenswerter Name in sehr üblen Ruf gebracht
worden ist.
2. Denn wer, der bei euch zu Gast war, hat sich nicht von
eurem vortrefflichen und festen Glauben überzeugt?
Wer die besonnene und milde Frömmigkeit in Christus
nicht bewundert? Wer die großartige Weise eurer Gastfreundschaft
nicht verkündet? Und wer die vollkommene und gewisse
Erkenntnis nicht gepriesen?
3. Denn ohne Ansehen der Person tatet ihr alles, und in
den Satzungen Gottes wandeltet ihr, euch unterordnend euren
Vorgesetzten und die gebührende Ehre erweisend den
Ältesten bei euch. Den Jungen trugt ihr auf maßvoll
und ehrbar zu denken. Den Frauen gabt ihr Weisung, alles
zu verrichten mit untadeligem, ehrbarem und reinem Gewissen
und dabei ihre Männer zu lieben wie es sich gebührt.
Auch lehrtet ihr sie, nach dem Maßstab der Unterordnung
das Hauswesen ehrbar zu versehen, in jeder Hinsicht verständig.
2,1. Und alle wart ihr demütiger
Gesinnung, ohne Prahlerei, eher euch selbst unterordnend
als (andere) unterordnend, lieber gebend als nehmend. Mit
der Wegzehrung Christi wart ihr zufrieden und folgtet ihr;
seine Worte hattet ihr sorgfältig in eurem tiefsten
Herzen eingeschlossen, und seine Leiden waren euch vor Augen.
2. So war tiefer und fruchtbringender Friede allen beschieden
und ein unstillbares Verlangen, Gutes zu tun; und über
alle war der Heilige Geist in vollem Maße ausgegossen.
3. Und voll heiligen Willens strecktet ihr in gutem Eifer
mit frommen Vertrauen eure Hände aus zum allmächtigen
Gott, ihn anflehend, er möge gnädig sein, falls
ihr in etwas unabsichtlich gesündigt hättet.
4. Ein Wettkampf war bei euch Tag und Nacht für die
ganze Bruderschaft, auf daß gerettet würde mit
Barmherzigkeit und Gewissen die Zahl seiner Auserwählten.
5. Lauter und unverdorben wart ihr und einander nichts nachtragend.
6. Jeglicher Aufruhr und jegliche Spaltung war ein Greuel
für euch; über die Verfehlungen der Nächsten
wart ihr betrübt; ihre Mängel saht ihr als (eure)
eigenen an.
7. Jegliche Guttat ließt ihr euch nicht gereuen, bereit
zu jedem guten Werk.
8. Durch tugendreiche und verehrungswürdige Lebensweise
ausgezeichnet vollbrachtet ihr alles in seiner Furcht. Die
Weisungen und Gebote des Herrn waren auf die Wände
eures Herzens geschrieben.
3,1. Alle Ehre und Fülle
war euch verliehen. Da wurde erfüllt, was geschrieben
steht: "Er aß und trank, und er wurde breit und
dick, und er schlug mit dem Fuß aus, der Geliebte."
2. Daraus (ergaben sich) Eifersucht und Neid, Streit und
Aufruhr, Verfolgung und Unordnung, Krieg und Gefangenschaft.
3. So erhoben sich die nicht Geachteten gegen die Geachteten,
die Ruhmlosen gegen die Berühmten, die Unverständigen
gegen die Verständigen, die Jungen gegen die Älteren.
4. Deshalb sind Gerechtigkeit und Friede in weiter Ferne,
weil jeder die Furcht Gottes verlassen und beim Glauben
an ihn den klaren Blick verloren hat, auch nicht in den
Satzungen seiner Gebote wandelt und sein Leben nicht (so)
führt, wie es Christus entspricht, sondern jeder nach
den Begierden seines bösen Herzens wandelt, ungerechte
und gottlose Eifersucht tragend, wodurch ja der Tod in die
Welt hineingekommen ist.
4,1. Denn so steht geschrieben:
"Und es geschah nach einigen Tagen, da brachte Kain
von den Früchten der Erde Gott ein Opfer dar, und auch
Abel brachte seinerseits von den Erstlingen der Schafe und
von ihrem Fett.
2. Und es sah Gott auf Abel und auf seine Gaben, auf Kain
aber und auf seine Opfer achtete er nicht
3. Und Kain wurde sehr betrübt, und sein Antlitz wurde
finster.
4. Und es sprach Gott zu Kain: ,Weshalb bist du betrübt,
und weshalb ist dein Antlitz finster geworden? Hast du nicht
gesündigt, wenn du (zwar) richtig
dargebracht, aber nicht richtig geteilt hast?
5. Bleib ruhig, zu dir (geschieht) seine Rückkehr,
und du wirst ihn beherrschen'
6. Und es sprach Kain zu Abel, seinem Bruder: ,Wir wollen
auf das Feld gehen.' Und es geschah, als sie auf dem Feld
waren, erhob sich Kain gegen Abel, seinen Bruder, und er
tötete ihn."
7. Seht, Brüder, Eifersucht und Neid haben Brudermord
bewirkt.
8. Wegen Eifersucht entfloh unser Vater Jakob vor dem Angesicht
Esaus, seines Bruders.
9. Eifersucht bewirkte, daß Joseph bis zum Tode verfolgt
wurde und in Sklaverei kam.
10. Eifersucht zwang Mose, vor dem Angesicht Pharaos, des
Königs von Ägypten, zu fliehen, als er von seinem
Stammesgenossen zu hören bekam: ,Wer hat dich als Oberster
oder als Richter über uns eingesetzt? Willst du mich
etwa umbringen, so wie du gestern den Ägypter umgebracht
hast?'
11. Wegen Eifersucht hielten sich Aaron und Mirjam außerhalb
des Lagers auf
12. Eifersucht führte Dathan und Abiram lebendig in
den Hades hinab, weil sie Aufruhr gemacht hatten gegen den
Diener Gottes, Mose.
13. Wegen Eifersucht ertrug David Neid nicht nur von den
Fremdstämmigen, sondern wurde er auch von Saul, dem
König Israels, verfolgt.
5,1. Aber wir wollen mit
den alten Beispielen aufhören und wollen kommen zu
den Wettkämpfern der jüngsten Zeit: Nehmen wir
die edlen Beispiele unseres Geschlechts.
2. Wegen Eifersucht und Neid sind die größten
und gerechtesten Säulen verfolgt worden und haben bis
zum Tode gekämpft.
3. Halten wir uns vor Augen die tapferen Apostel:
4. Petrus, der wegen ungerechtfertigter Eifersucht nicht
eine und nicht zwei, sondern viele Mühen erduldet hat
und der so - nachdem er Zeugnis abgelegt hatte - gelangt
ist an den (ihm) gebührenden Ort der Herrlichkeit.
5. Wegen Eifersucht und Streit hat Paulus den Kampfpreis
der Geduld aufgewiesen:
6. Siebenmal Ketten tragend, vertrieben, gesteinigt, Herold
im Osten wie im Westen, hat er den edlen Ruhm für seinen
Glauben empfangen.
7. Gerechtigkeit hat er die ganze Welt gelehrt und hat Zeugnis
abgelegt vor den Führenden; so ist er aus der Welt
geschieden und ist an den heiligen Ort gelangt - größtes
Vorbild der Geduld.
6,1. Diesen gottgefällig
wandelnden Männern wurde hinzugesellt eine große
Menge von Auserwählten, die viele Martern und Qualen
wegen Eifersucht gelitten haben und zum vorzüglichen
Beispiel bei uns geworden sind.
2. Wegen Eifersucht sind Frauen verfolgt worden, die als
Danaiden und Dirken schreckliche und gottlose Mißhandlungen
erlitten haben, zum sicheren Ziel im Glaubenswettlauf gelangt
sind und das edle Ehrengeschenk empfangen haben, sie, die
körperlich Schwachen.
3. Eifersucht hat entfremdet die Gattinnen von ihren Männern
und hat verändert das von unserem Vater Adam gesprochene
Wort: "Das nun ist Gebein von meinen Gebeinen und Fleisch
von meinem Fleisch."
4. Eifersucht und Streit haben große Städte zerstört
und große Völker ausgerottet.
7,1. Dies, Geliebte, schreiben
wir nicht nur, um euch zu ermahnen, sondern auch, um uns
selbst zu erinnern; wir befinden uns nämlich auf demselben
Kampfplatz, und derselbe Kampf ist uns auferlegt.
2. Verlassen wir deshalb die leeren und nichtigen Gedanken
und kommen wir zu der ruhmvollen und ehrwürdigen Regel
unserer Überlieferung,
3. und sehen wir zu, was schön und was wohlgefällig
und was angenehm ist vor dem, der uns gemacht hat.
4. Blicken wir hin auf das Blut Christi und erkennen wir,
wie kostbar es seinem Vater ist, denn um unseres Heils willen
vergossen hat es der ganzen Welt die Gnade der Buße
geschenkt.
5. Gehen wir alle Generationen durch und beobachten wir,
wie Generation für Generation der Herr Gelegenheit
zur Buße gegeben hat denen, die sich zu ihm bekehren
wollten.
6. Noah hat Buße gepredigt, und die, die gehorchten,
sind gerettet worden.
7. Jona hat den Niniviten die Katastrophe gepredigt; als
sie aber Buße taten für ihre Verfehlungen, haben
sie Gott durch ihr Flehen versöhnt und haben Rettung
erlangt, wiewohl sie Gott fremd waren.
8,1. Die Diener der Gnade
Gottes haben durch den heiligen Geist über die Buße
gesprochen,
2. und er selbst, der Herr des Alls, hat über die Buße
gesprochen mit einem Schwur: "Denn ich lebe, spricht
der Herr, nicht will ich den Tod des Sünders, vielmehr
die Buße"; dabei fügt er auch ein ausgezeichnetes
Urteil hinzu:
3. "Bekehrt euch, Haus Israel, von eurer Gesetzlosigkeit.
Sprich zu den Söhnen meines Volkes: Wenn eure Sünden
reichen von der Erde bis zum Himmel und wenn sie röter
sind als Scharlach und schwärzer als Sacktuch, und
ihr bekehrt euch zu mir von ganzem Herzen und sprecht: ,Vater',
so werde ich euch erhören wie ein heiliges Volk."
4. Und an einer anderen Stelle sagt er so: "Wascht
euch und werdet rein, entfernt die Bosheiten aus eurem Leben
vor meinen Augen. Laßt ab von euren Bosheiten, lernt
Gutes zu tun, trachtet nach (gerechtem) Gericht, rettet
den Unterdrückten, schafft Recht der Waise und gebt
Gerechtigkeit der Witwe, und au{ laßt uns miteinander
rechten, spricht der Herr; und wenn eure Sünden wie
Purpur sind - wie Schnee werde ich sie weiß machen;
wenn sie aber sind wie Scharlach, so werde ich sie wie Wolle
weiß machen; und wenn ihr wollt und auf mich hört,
so werdet ihr die Güter des Landes essen. Wenn ihr
aber nicht wollt und nicht auf mich hört, wird das
Schwert euch verzehren. Denn der Mund des Herrn hat dies
gesprochen."
5. Da er also alle seine Geliebten der Buße teilhaftig
machen wollte, hat er (sie) gestärkt durch seinen allmächtigen
Willen.
9,1. Darum wollen wir seinem
majestätischen und herrlichen Willen gehorchen, und
sein Erbarmen und seine Güte anflehend wollen wir uns
niederwerfen, und wir wollen uns zurückwenden zu seiner
Barmherzigkeit; wir wollen aufgeben die eitle Bemühung,
den Streit und die zum Tode führende Eifersucht.
2. Laßt uns unser Augenmerk richten auf jene, die
in vollkommener Weise seiner majestätischen Herrlichkeit
gedient haben.
3. Nehmen wir Henoch, der im Gehorsam als gerecht erfunden
und entrückt worden ist, und sein Tod ist nicht gefunden
worden.
4. Noah, der als gläubig erfunden worden ist, hat durch
seinen Dienst der Welt eine Wiedergeburt verkündigt,
und durch ihn hat der Herr hindurchgerettet die Lebewesen,
die in Eintracht in die Arche hineingegangen waren.
10,1. Abraham, genannt ,der
Freund', ist als gläubig erfunden worden, da er den
Worten Gottes gehorsam war.
2. Dieser ist aus Gehorsam fortgegangen aus seinem Lande
und von seiner Verwandtschaft und aus dem Haus seines Vaters,
damit er - ein kärgliches Land und eine schwache Verwandtschaft
und ein kleines Haus verlassend - ererben sollte die Verheißungen
Gottes. Denn er spricht zu ihm:
3. "Zieh weg aus diesem Land und von deiner Verwandtschaft
und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir
zeigen werde; und ich werde dich zu einem großen Volk
machen und dich segnen und werde groß machen deinen
Namen, und du wirst gesegnet sein; und ich werde segnen,
die dich segnen, und ich werde verfluchen, die dich verfluchen,
und es werden in dir gesegnet werden alle Geschlechter der
Erde."
4. Und wiederum, als er sich trennte von Lot, sprach Gott
zu ihm: "Erhebe deine Augen und sieh von dem Orte,
wo du jetzt bist, nach Norden und Süden und Osten und
zum Meer; denn das ganze Land, das du siehst, das werde
ich dir geben und deinem Samen bis in Ewigkeit.
5. Und ich werde deinen Samen machen wie den Staub der Erde;
wenn jemand zählen kann den Staub der Erde, so wird
auch dein Same gezählt werden."
6. Und wiederum heißt es: "Gott führte Abraham
heraus und sagte zu ihm: Blicke auf zum Himmel und zähle
die Sterne, wenn du sie auszählen kannst. So wird dein
Same sein. Abraham aber hat Gott geglaubt, und es ist ihm
angerechnet worden zur Gerechtigkeit."
7. Wegen Glauben und Gastfreundschaft ist ihm im Alter ein
Sohn geschenkt worden, und aus Gehorsam hat er ihn dargebracht
als Opfer für Gott zu einem der Berge, die er ihm gezeigt
hatte.
11,1. Wegen Gastfreundschaft
und Frömmigkeit ist Lot aus Sodom gerettet worden,
als alles Land ringsum gerichtet wurde durch Feuer und Schwefel;
dabei tat der Herr kund, daß er die, die auf ihn hoffen,
nicht im Stich läßt, die Widerspenstigen aber
mit Strafe und Mißhandlung belegt.
2. Denn als zusammen mit ihm seine Frau hinauszog, anderer
Meinung (als er) und nicht in Eintracht, ist sie dazu als
Zeichen gesetzt worden, indem sie eine Salzsäule wurde
bis auf diesen Tag, damit allen bekannt sei, daß die
Zweifler und die hinsichtlich Gottes Macht Schwankenden
ins Gericht kommen und zum Warnzeichen werden für alle
Geschlechter.
12,1. Wegen Glaubens und
Gastfreundschaft ist Rahab, die Hure, gerettet worden.
2. Als nämlich von Josua, dem Sohn des Nun, Späher
nach Jericho ausgeschickt worden waren, da erfuhr der König
des Landes, daß sie gekommen seien, ihr Land auszuspähen;
und er sandte Männer aus, die sie ergreifen sollten,
damit sie nach ihrer Ergreifung getötet würden.
3. Die gastfreundliche Rahab nun nahm sie auf und verbarg
sie im oberen Stockwerk unter dem Flachs.
4. Als sich aber die Leute vom König einstellten und
sagten: ,Zu dir sind hineingegangen die Späher gegen
unser Land; führe sie heraus, denn so befiehlt es der
König', da antwortete sie: ,Zwar sind die Männer,
die ihr sucht, zu mir hineingekommen, aber sie sind sofort
weggegangen und ziehen ihres Weges', wobei sie ihnen die
entgegengesetzte Richtung wies.
5. Und sie sprach zu den Männern: ,Ganz genau erkenne
ich, daß Gott der Herr euch dieses Land gibt; denn
die Furcht und der Schrecken vor euch hat die überfallen,
die es bewohnen. Wenn es nun geschieht, daß ihr es
einnehmt, so rettet mich und das Haus meines Vaters.
6. Und die sprachen zu ihr: ,Es soll so sein, wie du zu
uns gesagt hast. Wenn du nun erkennst, daß wir heranrücken,
so sollst du alle die Deinen unter deinem Dach versammeln,
und sie werden gerettet werden; denn alle, die außerhalb
deines Hauses angetroffen werden, werden zugrundegehen.
7. Und sie rieten ihr zusätzlich, ein Zeichen zu geben
- etwas Rotes solle sie aus ihrem Haus heraushängen,
womit sie kundmachten, daß durch das Blut des Herrn
Erlösung zuteil würde für alle, die glauben
und auf Gott hoffen.
8. Seht, Geliebte, daß nicht nur Glaube, sondern auch
Prophetie in der Frau gewesen ist.
13,1. Laßt uns also
demütig sein, Brüder, indem wir abtun alle Prahlerei
und Aufgeblasenheit und Torheit und Zornesaufwallungen,
und laßt uns tun, was geschrieben steht. Es sagt nämlich
der Heilige Geist: "Nicht soll sich rühmen der
Weise in seiner Weisheit, und nicht der Starke in seiner
Stärke, und nicht der Reiche in seinem Reichtum, sondern
wer sich rühmt, der soll sich rühmen im Herrn,
ihn zu suchen und zu üben Recht und Gerechtigkeit."
Vor allem aber (laßt uns) eingedenk sein der Worte
des Herrn Jesus, die er gesprochen hat, als er lehrte Milde
und Langmut.
2. So nämlich hat er gesagt: "Erbarmt euch, damit
ihr Erbarmen erlangt; vergebt, damit euch vergeben werde.
Wie ihr tut, so wird euch getan werden; wie ihr gebt, so
wird euch gegeben werden; wie ihr richtet, so werdet ihr
gerichtet werden; wie ihr euch gütig erweist, so wird
euch Güte erwiesen werden. Mit welchem Maß ihr
meßt, mit dem wird euch zugemessen werden."
3. Mit diesem Gebot und diesen Anordnungen wollen wir uns
stärken, auf daß wir wandeln gehorsam gegenüber
seinen heiligen Worten - demütig gesinnt. Denn das
heilige Wort sagt:
4. ,Auf wen werde ich schauen außer auf den Sanften
und Stillen und den, der meine Worte fürchtet?"
14,1. Gerecht und gottgefällig
ist es also, Männer, Brüder, daß wir Gott
gehorsam sind und nicht denen Folge leisten, die in Prahlerei
und Unordnung Führer abscheulicher Eifersucht sind.
2. Nicht den gewöhnlichen Schaden nämlich, sondern
eine große Gefahr werden wir über uns bringen,
wenn wir uns tollkühn den Bestrebungen der Leute preisgeben,
die auf Streit und Zwistigkeiten hinzielen, in der Absicht,
uns dem, was recht ist, zu entfremden.
3. Laßt uns einander Güte erweisen, entsprechend
der Barmherzigkeit und Milde dessen, der uns geschaffen
hat.
4. Denn es steht geschrieben: "Gütige werden Bewohner
der Erde sein, die ohne Falsch aber werden übrigbleiben
auf ihr; die Gesetzesübertreter hingegen werden davongerafft
werden von ihr"
5. Und wiederum heißt es: "Ich habe den Gottlosen
gesehen, sich erhebend und sich brüstend wie die Zedern
des Libanon; und ich bin vorübergegangen, und siehe,
er war nicht mehr; und ich habe geforscht nach seiner Stätte,
und ich habe sie nicht gefunden. Bewahre Arglosigkeit und
sieh auf Rechtschaffenheit, denn Nachkommenschaft gibt es
für einen friedfertigen Menschen."
15,1. Deshalb wollen wir
uns denen anschließen, die in Frömmigkeit Frieden
halten und nicht denen, die in Heuchelei Frieden wollen.
2. Denn es heißt irgendwo: "Dieses Volk ehrt
mich mit den Lippen, ihr Herz aber ist fern von mir."
3. Und wiederum: "Mit ihrem Munde segneten sie, mit
ihrem Herzen aber verfluchten sie."
4. Und wiederum heißt es: "Sie haben ihn geliebt
mit ihrem Munde, und mit ihrer Zunge haben sie ihn belogen;
ihr Herz aber (war) nicht aufrichtig mit ihm, und sie haben
nicht treu festgehalten an seinem Bund."
5. Darum: "Es sollen stumm werden die trügerischen
Lippen, die Gesetzlosigkeit reden wider den Gerechten."
Und wiederum: "Ausrotten möge der Herr alle trügerischen
Lippen, die prahlerische Zunge, die, die sagen: Unsere Zunge
lobpreisen wir, unsere Lippen haben wir in der Gewalt. Wer
ist unser Herr?
6. Wegen des Elends der Armen und des Seufzens der Bedürftigen
werde ich mich jetzt erheben, spricht der Herr. Anteil am
Heil werde ich (ihm) geben,
7. offen werde ich mit ihm verfahren."
16,1. Den Demütigen
nämlich gehört Christus, nicht denen, die sich
über seine Herde erheben.
2. Das Szepter der Majestät Gottes, der Herr Jesus
Christus, ist nicht gekommen im Gepränge der Prahlerei
und des Übermuts, wiewohl er es gekonnt hätte,
sondern demütig, wie der heilige Geist über ihn
gesprochen hat. Er sagt nämlich:
3. "Herr, wer hat unserer Predigt geglaubt? Und wem
ist der Arm des Herrn offenbar geworden? Wir haben verkündigt
vor ihm: Wie ein Kind (ist er), wie eine Wurzel in dürstender
Erde. Er hat nicht Gestalt noch Herrlichkeit, und wir haben
ihn gesehen, und er hatte nicht Gestalt und Schönheit,
sondern seine Gestalt war verachtet, mangelhaft im Vergleich
zur Gestalt der Menschen; ein Mensch, geschlagen, geplagt,
und geübt, Schwäche zu tragen; denn abgewandt
war sein Antlitz; er ist verachtet worden und ward nicht
geschätzt.
4. Dieser trägt unsere Sünden, und um unsertwillen
leidet er Schmerz. Und wir meinten, er sei geplagt, geschlagen
und gezüchtigt.
5. Er aber ist verwundet worden um unserer Sünden willen,
und er ist geschwächt um unserer Missetaten willen.
Züchtigung lag um unseres Friedens willen auf ihm,
und durch seine Strieme wurden wir geheilt.
6. Alle sind wir wie Schafe irregegangen; jeder ist auf
seinem Weg irregegangen.
7. Und der Herr hat ihn dahingegeben für unsere Sünden,
und da er im Unglück ist, öffnet er nicht seinen
Mund. Wie ein Schaf ist er zur Schlachtbank geführt
worden; und wie ein Lamm vor seinem Scherer stumm ist, so
tut er seinen Mund nicht auf. In der Erniedrigung ist sein
Gericht aufgehoben worden.
8. Wer wird von seinem Geschlecht erzählen? Denn weggenommen
von der Erde wird sein Leben.
9. Aufgrund der Missetaten meines Volkes kommt er zu Tode.
10. Und ich werde die Bösen hingeben für sein
Grab und die Reichen für seinen Tod. Denn Gesetzlosigkeit
hat er nicht getan, auch ist kein Trug in seinem Mund gefunden
worden. Und der Herr will ihn befreien von seiner Qual.
11. Wenn ihr (Opfer) gebt für eure Sünde, wird
eure Seele sehen langlebenden Samen.
12. Und der Herr will vermindern die Not seiner Seele, ihm
Licht zeigen und ihn bilden mit Einsicht, rechtfertigen
einen Gerechten, der vielen gut dient. Und ihre Sünden
wird er hinwegnehmen.
13. Deshalb wird er viele beerben, und der Starken Beute
wird er verteilen, dafür daß seine Seele dahingegeben
worden ist in den Tod und er unter die Missetäter gerechnet
worden ist.
14. Und er hat getragen die Sünden vieler, und um ihrer
Sünden willen ist er dahingegeben worden."
15. Und wiederum sagt er selbst: "Ich aber bin ein
Wurm und kein Mensch, Gespött der Menschen und verachtet
vom Volk.
16. Alle, die mich sahen, haben über mich gespottet,
mit den Lippen gemurmelt und den Kopf geschüttelt:
Er hat auf den Herrn gehofft; der soll ihm helfen; der soll
ihn retten, da er ihn liebt."
17. Seht, geliebte Männer, wer das Beispiel ist, das
uns gegeben ist! Wenn nämlich der Herr so demütig
gewesen ist, was sollen wir tun, die wir durch ihn unter
das Joch seiner Gnade gekommen sind?
17,1. Nachahmer wollen wir
sein auch jener, die in Ziegen- und Schaffellen umhergezogen
sind, das Kommen Christi verkündigend. Wir meinen aber
Elia und Elisa, auch noch Ezechiel, die Propheten, dazu
auch noch die, die ein (gutes) Zeugnis haben.
2. Ein großartiges Zeugnis hat Abraham empfangen:
,Freund Gottes' ist er genannt worden. Und er sagt, als
er die Herrlichkeit Gottes erblickt, demütig: "Ich
bin Erde und Asche."
3. Außerdem steht auch noch über Hiob geschrieben:
"Hiob aber war gerecht und untadelig, aufrichtig, gottesfürchtig,
alles Böse meidend."
4. Aber er klagt sich selbst an mit den Worten: "Niemand
ist rein von Schmutz, und währte sein Leben (nur) einen
Tag."
5. Mose ist genannt worden "treu in seinem ganzen Hause",
und durch seinen Dienst hat Gott Ägypten gerichtet
durch ihre Plagen und Qualen. Aber auch jener, wiewohl überaus
verherrlicht, hat keine prahlerische Rede geführt,
sondern er sprach, als ihm aus dem Dombusch ein Gottesspruch
gegeben ward: "Wer bin ich, daß du mich sendest?
Ich bin von schwacher Stimme und schwerer Zunge."
6. Und wiederum sagt er: "Ich aber bin Dampf aus einem
Topf"
18,1. Was aber sollen wir
sagen über David, der ein (gutes) Zeugnis hat? Von
ihm hat Gott gesagt: "Ich habe einen Mann gefunden
nach meinem Herzen, David, den Sohn des Isai; mit ewigem
Erbarmen habe ich ihn gesalbt."
2. Aber auch er spricht zu Gott: "Erbarme dich meiner,
Gott, nach deinem großen Erbarmen, und nach der Fülle
deiner Barmherzigkeiten lösche aus meine Freveltat.
3. Mehr und mehr wasche mich von meiner Missetat, und von
meiner Sünde reinige mich. Denn meine Missetat kenne
ich, und meine Sünde steht mir vor Augen allenthalben.
4. An dir allein habe ich gesündigt, und ich habe getan
das Böse vor dir. Auf daß du gerechtfertigt würdest
in deinen Worten und siegst, wenn du gerichtet wirst.
5. Denn siehe, in Freveltaten bin ich empfangen worden,
und in Sünden hat mich meine Mutter begehrt.
6. Denn siehe: Wahrheit hast du geliebt, das Unbekannte
und das Verborgene deiner Weisheit hast du mir offenbart.
7. Du wirst mich besprengen mit Ysop, und ich werde gereinigt
werden; du wirst mich waschen, und ich werde weißer
werden als Schnee.
8. Du wirst mich hören lassen Jubel und Freude; jubeln
wird demütiges Gebein.
9. Wende dein Antlitz weg von meinen Sünden, und alle
meine Missetaten lösche aus.
10. Ein reines Herz schaffe in mir, Gott, und einen geraden
Geist schaffe neu in meinem Innern.
11. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und deinen
heiligen Geist nimm nicht von mir.
12. Gib mir wieder die Wonne deines Heils, und mit führendem
Geist stärke mich.
13. Ich werde Sünder deine Wege lehren, und Gottlose
werden sich zu dir bekehren.
14. Errette mich von Bluttaten, Gott - Gott meines Heils.
15. Es wird frohlokken meine Zunge über deine Gerechtigkeit.
Herr, meinen Mund wirst du öffnen, und meine Lippen
werden verkündigen dein Lob.
16. Denn wenn du ein Opfer gewollt hättest, hätte
ich es dir gegeben; an Brandopfern wirst du kein Gefallen
haben.
17. Ein Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist;
ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wird Gott nicht
verachten."
19,1. So vieler und auf solche
Weise bezeugter (Männer) demütige und bescheidene
Art hat also durch den Gehorsam nicht nur uns, sondern auch
die Generationen vor uns gebessert - diejenigen, die seine
Aussprüche entgegennahmen in Furcht und Wahrhaftigkeit.
2. Da wir also vieler großer und berühmter Taten
teilhaftig geworden sind, laßt uns zurückkehren
zu dem uns seit Anbeginn überlieferten Ziel des Friedens
und unseren Blick richten auf den Vater und Schöpfer
der ganzen Welt, und an seinen großartigen und überreichen
Geschenken des Friedens und (an den) Wohltaten laßt
uns festhalten.
3. Schauen wir ihn mit dem Verstand, und blicken wir mit
den Augen der Seele auf seinen langmütigen Willen;
erkennen wir, wie er frei von Zorn ist gegenüber seiner
ganzen Schöpfung.
20,1. Die Himmel, kreisend
durch sein Walten, ordnen sich ihm in Frieden unter.
2. Tag wie Nacht vollenden den von ihm angeordneten Lauf,
ohne einander zu behindern.
3. Sonne und Mond und die Chöre der Sterne durchlaufen
entsprechend seiner Anordnung in Eintracht ohne jede Überschreitung
die ihnen vorgeschriebenen Bahnen.
4. Die fruchttragende Erde bringt nach seinem Willen und
zu den entsprechenden Zeiten Nahrung hervor in Fülle
für Menschen und Tiere und alle Lebewesen auf ihr,
ohne daß sie sich sträubt und ohne daß
sie etwas ändert an dem von ihm Festgesetzten.
5. Der Abgründe unerforschliche und der Unterwelt unaussagbare
Gerichte haben Bestand durch dieselben Anordnungen.
6. Das Becken des unendlichen Meeres, entsprechend seiner
Schöpfertätigkeit gebildet für die Sammlungen
(des Wassers), überschreitet die ihm ringsum gesetzten
Schranken nicht, sondern wie er es ihm befohlen hat, so
tut es.
7. Denn er hat gesprochen: "Bis hierher sollst du kommen,
und deine Wogen sollen in dir zusammenstürzen."
8. Der für die Menschen uferlose Ozean und die Welten
hinter ihm werden durch dieselben Anordnungen des Herrn
regiert.
9. Die (Jahres-)Zeiten Frühling, Sommer, Herbst und
Winter lösen einander in Frieden ab.
10. Der Winde Standquartiere vollziehen zur bestimmten Zeit
ihren Dienst ohne Anstoß; unversiegliche Quellen,
für Genuß und Gesundheit geschaffen, reichen
ohne Unterbrechung den Menschen zum Leben die Brüste.
Und die kleinsten der Lebewesen halten ihre Zusammenkünfte
in Eintracht und Frieden.
11. Daß dies alles in Frieden und Eintracht sei, hat
der große Schöpfer und Herr des Alls angeordnet
- Wohltaten allen spendend, in überreichem Maß
aber uns, die wir Zuflucht genommen haben zu seinem Erbarmen
durch unseren Herrn Jesus Christus;
12. ihm sei die Ehre und die Herrlichkeit von Ewigkeit zu
Ewigkeit. Amen.
21,1. Seht zu, Geliebte,
daß nicht seine vielen Wohltaten uns zum Gericht werden,
wenn wir nicht seiner würdig wandelnd das vor ihm Gute
und Wohlgefällige tun in Eintracht.
2. Denn es heißt irgendwo: "Der Geist des Herrn
ist eine Leuchte, die die Kammern des Innern erforscht."
3. Betrachten wir, wie nahe er ist und daß ihm nichts
verborgen ist von unseren Gedanken und nichts von den Überlegungen,
die wir anstellen.
4. Es ist also richtig, daß wir seinen Willen nicht
verlassen.
5. Lieber wollen wir bei Menschen, die töricht sind
und dumm und überheblich und sich in Prahlerei ihrer
Rede rühmen, Anstoß erregen als bei Gott.
6. Dem Herrn Jesus Christus, dessen Blut für uns gegeben
worden ist, wollen wir Ehrfurcht erweisen; unseren leitenden
(Männern) wollen wir ehrfürchtige Scheu entgegenbringen;
die Älteren wollen wir ehren, die Jungen wollen wir
erziehen in der Furcht Gottes; unsere Frauen wollen wir
zum Guten lenken:
7. Die liebenswerte Sitte der Keuschheit sollen sie aufweisen,
die lautere Absicht ihrer Sanftmut sollen sie aufzeigen,
die Milde ihrer Zunge sollen sie durch das Schweigen offenbar
machen, ihre Liebe sollen sie nicht nach Neigungen, sondern
allen, die Gott fürchten, in heiligem Wandel gleichmäßig
zuwenden.
8. Unsere Kinder sollen der Erziehung in Christus teilhaftig
werden; sie sollen lernen, was Demut bei Gott gilt, was
reine Liebe bei Gott erreicht, wie die Furcht vor ihm gut
und groß ist und alle rettet, die in ihm fromm wandeln
in reiner Gesinnung.
9. Denn er ist Erforscher der Gedanken und Absichten; sein
Odem ist in uns, und wann er will, wird er ihn wegnehmen.
22,1. Dies alles aber befestigt
der Glaube an Christus. Er selbst nämlich ruft uns
durch den Heiligen Geist folgendermaßen herbei: "Kommt,
Kinder, hört mich, Furcht des Herrn werde ich euch
lehren.
2. Wer ist der Mensch, der Leben will, der es liebt, gute
Tage zu sehen.
3. Halte deine Zunge zurück vom Bösen und deine
Lippen davon, Listiges zu reden.
4. Wende dich vom Bösen ab und tue Gutes.
5. Suche Frieden und jage ihm nach.
6. Die Augen des Herrn sind auf die Gerechten (gerichtet)
und seine Ohren auf ihr Gebet. Das Angesicht des Herrn aber
(wendet sich) gegen die, die Böses tun, zu vertilgen
von der Erde ihr Andenken.
7. Es hat gerufen der Gerechte, und der Herr hat ihn erhört,
und aus allen seinen Drangsalen hat er ihn befreit.
8. Zahlreich sind die Geißelhiebe für den Sünder;
die aber auf den Herrn hoffen, wird Erbarmen umfangen."
23,1. Der allbarmherzige
und wohltätig spendende Vater hat ein Herz für
die, die ihn fürchten; freundlich und wohlwollend spendet
er seine Gunsterweise denen, die mit einfältigem Sinn
zu ihm kommen.
2. Deshalb wollen wir nicht zweifeln, und unsere Seele soll
sich nicht falschen Gedanken hingeben im Blick auf seine
überschwenglichen und herrlichen Gaben.
3. Fern sei von uns diese Schrift(stelle), wo es heißt:
"Unglückselig sind die Zweifler, die gespalten
sind in der Seele, die sprechen: ,Das haben wir gehört
auch zur Zeit unserer Väter, und siehe - wir sind als
geworden, und nichts davon ist uns widerfahren.'
4. O ihr Unverständigen: Vergleicht euch mit einem
Baum. Nehmt einen Weinstock: Zuerst verliert er das Laub,
dann entsteht ein Sproß, dann ein Blatt, dann eine
Blüte und danach eine unreife, dann eine reife Traube.
Ihr seht, daß in kurzer Zeit die Frucht des Baumes
zur Reife gelangt."
5. Wahrhaftig: Schnell und plötzlich wird sein Wille
erfüllt werden, wie es auch mitbezeugt die Schrift:
"Schnell wird er kommen und nicht verweilen, und plötzlich
wird der Herr kommen in seinen Tempel, ja, der Heilige,
den ihr erwartet."
24,1. Wir wollen beobachten,
Geliebte, wie der Herr uns fortwährend anzeigt, daß
es eine künftige Auferstehung geben wird, zu deren
Erstling er den Herrn Jesus Christus gemacht hat, indem
er ihn von den Toten auferweckte.
2. Betrachten wir, Geliebte, die zu bestimmter Zeit geschehende
Auferstehung:
3. Tag und Nacht tun uns Auferstehung kund. Es entschläft
die Nacht, es steht auf der Tag; der Tag vergeht, die Nacht
kommt herbei.
4. Nehmen wir die Früchte: Wie und auf welche Weise
geschieht die Saat?
5. Der Säemann ging aus und warf auf die Erde jedes
der Samenkörner; die fallen auf die Erde trocken und
nackt und lösen sich auf. Danach läßt die
machtvolle Fürsorge des Herrn sie aus der Auflösung
auferstehen, und aus dem einen erwachsen viele und bringen
Frucht.
25,1. Betrachten wir das
wunderbare Zeichen, das in den östlichen Gebieten geschieht,
das heißt in den (Gebieten) um Arabien.
2. Es gibt (dort) nämlich einen Vogel, der Phönix
heißt. Dieser, in nur einem Exemplar vorhanden, lebt
fünfhundert Jahre. Wenn er aber dem Ende schon nahe
ist und er sterben muß, baut er sich ein Nest aus
Weihrauch und Myrrhe und den übrigen Spezereien; daraufhin,
wenn die Zeit erfüllt ist geht er hinein und stirbt.
3. Wenn aber das Fleisch verfault, entsteht ein Wurm, der
sich von den feuchten Sekreten des gestorbenen Tieres nährt
und Flügel bekommt. Danach, kräftig geworden,
nimmt er jenes Nest auf, worin sich die Knochen des früheren
(Vogels) befinden, und dies tragend durchmißt er (die
Strecke) vom arabischen Land bis nach Ägypten zur (Stadt),
die Heliopolis heißt.
4. Und am Tage, wenn alle es sehen, fliegt er zum Altar
des Helios, legt es (dort) nieder und kehrt wieder zurück.
5. Die Priester nun schauen in den Zeittafeln nach und finden,
daß er nach Vollendung des fünfhundertsten Jahres
gekommen ist.
26,1. Halten wir es nun etwa
für groß und bewunderungswürdig, wenn der
Schöpfer die Auferstehung aller, die ihm in der Zuversicht
guten Glaubens fromm gedient haben, bewirken wird, wo er
uns doch sogar durch einen Vogel seine erhabene Verheißung
anzeigt?
2. Es heißt nämlich irgendwo: "Und du wirst
mich auferwecken, und ich werde dich lobpreisen." Und:
"Ich bin eingeschlafen und bin entschlummert; ich bin
aufgeweckt worden, weil du bei mir bist."
3. Und wiederum sagt Hiob: "Und du wirst auferwecken
dieses mein Fleisch, das dies alles erduldet hat."
27,1. In dieser Hoffnung
also sollen unsere Seelen gebunden sein an den, der treu
ist in den Verheißungen und gerecht in den Gerichten.
2. Der geboten hat nicht zu lügen, um wieviel mehr
wird der selbst nicht lügen; denn nichts ist unmöglich
bei Gott, ausgenommen das Lügen.
3. Also soll der Glaube an ihn sich in uns neu beleben;
und wir wollen bedenken, daß alles ihm nahe ist.
4. Mit einem Wort seiner Majestät hat er das All gegründet,
und mit einem Wort kann er es zerstören.
5. Wer wird zu ihm sagen: Was hast du getan? Oder wer wird
sich der Macht seiner Stärke widersetzen? Wann er will
und wie er will, wird er alles tun; und keine der von ihm
getroffenen Anordnungen wird vergehen.
6. Alles ist vor seinem Angesicht, und nichts ist seinem
Ratschluß verborgen,
7. wenn "die Himmel die Ehre Gottes erzählen,
(wenn) das Firmament verkündigt das Werk seiner Hände.
Der eine Tag macht kund das Wort dem (anderen) Tag. Und
eine Nacht verkündigt Erkenntnis der (anderen) Nacht.
Und es gibt keine Worte noch Reden, deren Stimmen nicht
gehört werden."
28,1. Da also alles gesehen
und gehört wird, laßt uns ihn fürchten und
laßt uns aufgeben die schmutzigen Begierden nach bösen
Werken, damit wir durch sein Erbarmen bewahrt bleiben vor
den zukünftigen Gerichten.
2. Denn wohin kann einer von uns fliehen, vor seiner starken
Hand? Welche Welt wird einen von denen aufnehmen, die von
ihm desertieren? Es sagt nämlich irgendwo die Schrift:
3. "Wohin soll ich gehen, und wo soll ich mich verbergen
vor deinem Angesicht? Wenn ich weggehe zu den Enden der
Erde, (so ist) deine Rechte dort. Wenn ich mein Lager hinbreite
in die Unterwelt, (so ist) dort dein Geist."
4. Wohin also sollte einer weggehen, oder wohin sollte er
davonlaufen vor dem, der alles umfaßt?
29,1. Treten wir also hin
zu ihm mit frommer Seele, reine und unbefleckte Hände
zu ihm erhebend, in Liebe zu unserem gütigen und barmherzigen
Vater, der uns für sich gemacht hat zum auserwählten
Teil.
2. So nämlich steht geschrieben: "Als der Höchste
die Völker teilte, da er zerstreute die Söhne
Adams, bestimmte er Gebiete für die Völker nach
der Zahl der Engel Gottes. Anteil des Herrn wurde sein Volk
Jakob, Israel sein Besitzanteil."
3. Und an einer anderen Stelle heißt es: "Siehe,
der Herr nimmt sich ein Volk aus der Mitte der Völker,
so wie ein Mensch die Erstlingsgabe seiner Tenne nimmt.
Und es wird hervorgehen aus jenem Volk das Allerheiligste."
30,1. Da wir also ein ,heiliger
Teil' sind, laßt uns alles tun, was zur Heiligung
gehört. Laßt uns fliehen Verleumdungen, schmutzige
und unreine Umarmungen, Trunkenheit und Umsturz und abscheuliche
Begierden, schändlichen Ehebruch und abscheulichen
Hochmut.
2. "Gott nämlich", so heißt es, "widersteht
den Hochmütigen, Demütigen aber gibt er Gnade."
3. Schließen wir uns also jenen an, denen von Gott
die Gnade gegeben ist. Ziehen wir die Eintracht an, demütig,
gesinnt, enthaltsam lebend, von aller Ohrenbläserei
und Verleumdung uns fernhaltend, uns rechtfertigend durch
Werke und nicht durch Werke.
4. Es heißt nämlich: "Wer viel redet, wird
entsprechend zu hören bekommen. Oder meint der Schwätzer,
er sei gerecht?
5. Gesegnet sei der Weibgeborene, der kurze Zeit lebt. Werde
keiner, der viel Worte macht!"
6. Unser Lob sei bei Gott und nicht aus uns selbst. Denn
die sich selber loben, haßt Gott.
7. Das Zeugnis über unser gutes Handeln soll von andern
erteilt werden, wie es unseren gerechten Vätern erteilt
worden ist.
8. Dreistigkeit und Übermut und Tollkühnheit (sind)
bei den von Gott Verfluchten Milde, Demut und Sanftmut (sind)
bei den von Gott Gesegneten.
31,1. Halten wir uns also
an seinen Segen und sehen wir, welches die Wege zum Segen
sind. Überdenken wir noch einmal das von Anbeginn Geschehene.
2. Weshalb ist unser Vater Abraham gesegnet worden? Nicht
deshalb, weil er Gerechtigkeit und Wahrheit durch Glauben
getan hat?
3. Isaak ließ sich voll Vertrauen, da er das Zukünftige
wußte, gern als Opfer hinführen.
4. Jakob verließ in Demut sein Land um seines Bruders
willen und zog zu Laban und diente, und es wurde ihm das
Zwölfstämme-Reich Israel gegeben.
32,1 Wenn jemand hierüber
im einzelnen aufrichtig nachsinnt, wird er die Größe
der von ihm (sc. von Gott) gegebenen Gaben erkenne.
2. Von ihm (sc. von Jakob) nämlich (stammen) alle Priester
und Leviten ab, die dem Altar Gottes dienen. Von ihm stammt
der Herr Jesus ab, soweit es das Fleisch betrifft. Von ihm
stammen Könige und Fürsten und Herrscher ab über
Juda. Seine übrigen Stämme aber stehen in nicht
geringem Ansehen, da Gott die Verheißung gab: "Dein
Same wird sein wie die Sterne des Himmels."
3. Alle nun sind verherrlicht und groß gemacht worden
nicht durch sich selbst oder durch ihre Werke oder durch
das gerechte Handeln, das sie vollbrachten, sondern durch
seinen Willen.
4. Auch wir also, die wir durch seinen Willen in Christus
Jesus berufen worden sind, werden nicht durch uns selbst
gerechtfertigt, auch nicht durch unsere Weisheit oder Einsicht
oder Frömmigkeit oder durch Werke, die wir vollbracht
haben mit frommem Herzen, sondern durch den Glauben, durch
den der allmächtige Gott alle von Ewigkeit her gerechtfertigt
hat. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
33,1. Was sollen wir also
tun, Brüder? Sollen wir aufhören, das Gute zu
tun, und sollen wir von der Liebe ablassen? Möge der
Herr dies ja nicht bei uns geschehen lassen! Vielmehr wollen
wir uns beeilen, mit beharrlicher Bereitwilligkeit jedes
gute Werk zu vollbringen.
2. Denn der Schöpfer und Herr des Alls selber frohlockt
über seine Werke.
3. Mit seiner unübertrefflich großen Macht hat
er nämlich die Himmel befestigt und sie mit seiner
unbegreiflichen Weisheit geordnet. Die Erde schied er von
dem sie umgebenden Wasser, und er gründete sie auf
das feste Fundament des eigenen Willens. Den auf ihr umherlaufenden
Tieren befahl er durch sein Gebot zu existieren. Das Meer
und die Tiere darin, die er zuvor bereitet hatte, schloß
er ein durch seine Macht.
4. Zu allen hinzu formte er mit seinen heiligen und untadeligen
Händen das Hervorragendste und Größte, den
Menschen, als ein Abbild seines Bildes.
5. Denn so spricht Gott: "Laßt uns den Menschen
machen, nach unserem Bild und Gleichnis. Und Gott machte
den Menschen, männlich und weiblich machte er sie."
6. Als er nun dies alles vollendet hatte, lobte und segnete
er es und sagte: "Seid fruchtbar und mehret euch."
7. Laßt uns beachten, daß alle Gerechten mit
guten Werken geschmückt worden sind, und daß
der Herr selbst sich mit guten Werken geschmückt hat
und sich darüber freute.
8. Da wir nun dieses Vorbild haben, laßt uns ohne
Zögern seinem Willen entsprechen. Mit unserer ganzen
Kraft laßt uns vollbringen das Werk der Gerechtigkeit.
34,1. Der gute Arbeiter nimmt
mit Freimut das Brot für sein Werk; der faule und lässige
sieht seinem Arbeitgeber nicht ins Gesicht.
2. Es ist also nötig, daß wir bereit sind, das
Gute zu tun. Denn von ihm (sc. Gott) her kommt alles.
3. Er sagt uns nämlich im Voraus: "Siehe, der
Herr, und sein Lohn ist vor ihm, zu vergelten einem jeden
nach seinem Werk."
4. Ermahnt uns also, daß wir, aus vollem Herzen auf
ihn vertrauend, nicht träge und nicht lässig sind
zu jedem guten Werk.
5. Unser Rühmen und unsere Zuversicht stehe bei ihm!
Ordnen wir uns seinem Willen unter! Beobachten wir die ganze
Menge seiner Engel, wie sie bereitstehen und seinem Willen
dienen!
6. Es sagt nämlich die Schrift: "Zehntausendmal
zehntausend standen bei ihm und tausendmal tausend dienten
ihm, und sie riefen: ,Heilig, heilig, heilig ist der Herr
Zebaoth. Voll ist die ganze Schöpfung seiner Herrlichkeit."'
7. Auch wir nun, in Eintracht am selben Ort dem Gewissen
entsprechend versammelt, wollen wie aus einem Munde beharrlich
zu ihm rufen, damit wir teilhaftig werden seiner großen
und herrlichen Verheißungen.
8. Es heißt nämlich: "Kein Auge hat gesehen
und kein Ohr hat gehört und in keines Menschen Herz
ist gekommen, wie viel er bereitet hat denen, die auf ihn
harren."
35,1. Wie herrlich und bewunderswert
sind die Geschenke Gottes, Geliebte!
2. Leben in Unsterblichkeit, Freudigkeit in Gerechtigkeit,
Wahrheit in Freimut, Glaube in Zuversicht, Enthaltsamkeit
in Heiligung. Und dies alles fiel in den Bereich unseres
Verstandes!
3. Was ist es nun, was denen bereitet wird, die harren?
Der Schöpfer und Vater der Ewigkeiten, der Allheilige
selbst kennt ihre Größe und Schönheit.
4. Laßt uns also kämpfen, um erfunden zu werden
in der Zahl derer, die harren, damit wir der verheißenen
Geschenke teilhaftig werden!
5. Wie aber soll dies geschehen, Geliebte? (Es geschieht,)
wenn unser Sinn voll Vertrauen und fest auf Gott gerichtet
ist, wenn wir trachten nach dem ihm Wohlgefälligen
und Angenehmen, wenn wir das seinem untadeligen Willen Angemessene
ausführen, d.h. dem Weg der Wahrheit folgen, indem
wir von uns abwerfen alle Ungerechtigkeit und Bosheit, Habsucht,
Streiterei, Verschlagenheit und Hinterlist, Ohrenbläserei
und Verleumdungen, Gotteshaß, Hochmut und Prahlerei,
leere Ruhmsucht und Ungastlichkeit.
6. Denn die, die dies tun, sind Gott verhaßt; aber
nicht nur die, die es tun, sondern auch die, die ihnen Beifall
spenden.
7. Die Schrift sagt nämlich: "Zum Sünder
aber sprach Gott: ,Warum zählst du meine Gebote auf
und nimmst meinen Bund in deinen Mund?
8. Du hast doch Zucht gehaßt, und hast meine Worte
nach hinten geworfen. Wenn du einen Dieb sahst, so liefst
du mit ihm; und mit Ehebrechern machtest du Gemeinschaft.
Dein Mund floß über von Bosheit, und deine Zunge
redete tückisch Verdrehtes. Du saßest da und
redetest wider deinen Bruder, und dem Sohn deiner Mutter
legtest du eine Falle.
9. Das hast du getan, und ich habe geschwiegen. Du meintest,
Frevler, ich würde dir gleich sein.
10. Ich werde dich überführen und werde dich dir
selber vor Augen stellen.'
11. Begreift doch dies, ihr, die ihr Gott vergeßt,
damit er (euch) nicht reiße wie ein Löwe und
kein Retter da sei.
12. Ein Lobopfer wird mich ehren, und dort ist der Weg,
auf dem ich ihm zeigen werde das Heil Gottes."
36,1. Dies ist der Weg, Geliebte,
auf dem wir unser Heil gefunden haben - Jesus Christus,
den Hohenpriester unserer Opfer, den Beschützer und
Helfer unsrer Schwachheit.
2. Durch diesen blicken wir zu den Höhen der Himmel,
durch diesen schauen wir in einem Spiegel sein (sc. Gottes)
untadeliges und allerhöchstes Antlitz; durch diesen
sind die Augen unseres Herzens geöffnet worden; durch
diesen wächst unser unverständiger und verdunkelter
Sinn ins Licht empor; durch diesen hat der Herr uns kosten
lassen wollen von der unsterblichen Erkenntnis: (Er,) der
als Abglanz seiner Majestät um so viel größer
ist als Engel, wie der Name vorzüglicher ist, den er
geerbt hat.
3. Denn so steht geschrieben: "Der seine Engel zu Winden
macht und seine Diener zur Feuerflamme."
4. Von seinem Sohn aber hat der Herr so gesprochen: "Mein
Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt. Fordere von mir,
und ich werde (dir) Völker zu deinem Erbe geben und
zu deinem Besitz die Enden der Erde."
5. Und wiederum sagt er zu ihm: "Setze dich zu meiner
Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße
mache."
6. Wer nun sind die Feinde? Die Bösen und die seinem
Willen sich Widersetzenden.
37,1. Laßt uns also,
Männer, Brüder, den Kriegsdienst leisten mit aller
Beharrlichkeit unter seinen untadeligen Befehlen.
2. Laßt uns diejenigen beobachten, die für unsere
Herrschenden Kriegsdienst leisten - wie wohlgeordnet, wie
willfährig, wie gehorsam sie die Anordnungen vollziehen.
3. Nicht alle sind Befehlshaber, auch nicht Führer
von Tausendschaften, von Hundertschaften, von Fünfzigschaften
und so weiter; sondern jeder vollzieht auf seinem eigenen
Posten das vom König und von den Herrschenden Angeordnete.
4. Die Großen können ohne die Kleinen nicht sein;
und die Weinen nicht ohne die Großen. Es gibt bei
allem eine gewisse Mischung, und darin liegt die Brauchbarkeit.
5. Nehmen wir unseren Leib: Der Kopf ist ohne die Füße
nichts; so sind auch die Füße nichts ohne den
Kopf Die geringsten Glieder unseres Leibes sind notwendig
und nützlich für den ganzen Leib. Aber alle stimmen
sie überein und geben sich einer einträchtigen
Unterordnung hin, auf daß der ganze Leib bewahrt werde.
38,1. Es soll also bewahrt
werden unser ganzer Leib in Christus Jesus, und es soll
sich ein jeder seinem Nächsten unterordnen, wie es
bestimmt ist in seiner Gnadengabe.
2. Der Starke soll für den Schwachen sorgen, der Schwache
aber soll den Starken achten. Der Reiche soll den Armen
unterstützen, der Arme aber soll Gott dafür danken,
daß er ihm (einen) gegeben hat, durch den seinem Mangel
abgeholfen wird. Der Weise soll seine Weisheit nicht in
Worten zeigen, sondern in guten Werken. Der Demütige
soll sich nicht selber ein Zeugnis ausstellen, sondern er
lasse es sich von einem anderen ausstellen. Wer rein ist
im Fleisch, soll nicht prahlen, da er doch weiß, daß
es ein anderer ist, der ihm die Enthaltsamkeit verleiht.
3. Laßt uns also bedenken, Brüder, aus was für
einem Material wir geschaffen worden sind, wie beschaffen
und wer wir waren, als wir in die Welt hineinkamen, aus
welchem Grab und welcher Finsternis der, der uns bildete
und schuf, uns in seine Welt hineingeführt hat - der
seine Wohltaten zuvor bereitet hatte, bevor wir geboren
waren.
4. Da wir also dies alles von ihm haben, müssen wir
ihm in jeder Hinsicht Dank sagen: Ihm sei die Ehre von Ewigkeit
zu Ewigkeit. Amen.
39,1. Unverständige,
Unvernünftige, Törichte und Ungebildete verspotten
und verhöhnen uns, da sie sich selbst erhöhen
wollen in ihrer Einbildung.
2. Was vermag denn ein Sterblicher? Oder was ist die Kraft
des Erdgeborenen?
3. Es steht nämlich geschrieben: "Keine Gestalt
war vor meinen Augen, sondern ich hörte nichts als
Hauch und Stimme:
4. ,Wie denn? Sollte ein Sterblicher rein sein vor dem Herrn?
Oder ein Mann untadelig aufgrund seiner Werke, wenn er seinen
Knechten gegenüber nicht vertraut, an seinen Engeln
etwas Verkehrtes wahrgenommen hat?
5. Der Himmel ist nicht rein vor ihm. Wieviel mehr aber
jene, die Lehmhäuser bewohnen, zu denen auch wir selbst
gehören, die wir aus demselben Lehm sind. Er hat sie
geschlagen wie eine Motte, und vom Morgen bis zum Abend
sind sie nicht mehr. Da sie sich selbst nicht zu helfen
vermochten, gingen sie zugrunde.
6. Er hauchte sie an, und sie starben, weil sie keine Weisheit
hatten.'
7. Rufe doch, ob dich einer erhören wird, oder ob du
einen der heiligen Engel sehen wirst. Denn fürwahr,
einen Unverständigen rafft Zorn dahin, einen dem Irrtum
Verfallenen tötet Eifersucht.
8. Ich habe wohl gesehen, daß Unverständige Wurzeln
schlugen, aber sogleich war ihre Nahrung verzehrt.
9. Fern mögen sein ihre Söhne vom Heil; sie mögen
verspottet werden vor den Türen der Geringen, und keiner
soll sein, der sie befreit. Denn was jenen bereitet ist,
werden Gerechte verspeisen; sie selbst aber werden von den
Übeln nicht befreit werden."
40,1. Da uns nun dies offenbar
ist und wir einen Einblick erhalten haben in die Tiefen
der göttlichen Erkenntnis, sind wir verpflichtet, alles
der Ordnung gemäß zu tun, was der Herr zu festgesetzten
Zeiten zu vollziehen befohlen hat,
2. (daß nämlich) die Opfer und Dienste vollzogen
werden. Er hat ja nicht befohlen, sie sollten aufs Geratewohl
oder ohne Ordnung stattfinden, sondern zu festgesetzten
Zeiten und Stunden.
3. Wo und durch wen er den Vollzug will, hat er selbst durch
seinen allerhöchsten Rat bestimmt, damit alles heilig
geschehe und in Wohlgefallen angenehm sei seinem Willen.
4. Die also zu festgesetzten Zeiten ihre Opfer darbringen,
sind (Gott) angenehm und selig; denn indem sie den Vorschriften
des Herrn folgen, verletzen sie die Ordnung nicht.
5. Dem Hohenpriester nämlich sind eigene dienstliche
Handlungen übertragen, und den Priestern ist ein eigener
Platz zugewiesen, und Leviten obliegen eigene Dienstleistungen.
Der Mensch aus dem Volk ist an die für das Volk geltenden
Vorschriften gebunden.
41,1. Jeder von uns, Brüder,
soll auf seinem eigenen Posten Gott gefallen mit gutem Gewissen,
indem er die für seinen Dienst festgelegte Regel nicht
übertritt, in ehrfürchtiger Scheu.
2. Nicht überall, Brüder, werden dargebracht immerwährende
Opfer oder Gelübdeopfer oder Sünd- und Schuldopfer,
sondern nur in Jerusalem allein. Auch dort aber wird nicht
an jedem Ort geopfert, sondern (nur) vor dem Tempel am Altar,
nachdem die Opfergabe auf ihre Makellosigkeit hin untersucht
worden ist, durch den Hohenpriester und die eben erwähnten
Gehilfen.
3. Die nun etwas gegen das seinem Willen Gemäße
tun, erhalten als Strafe den Tod.
4. Seht, Brüder: Je größer die Erkenntnis,
derer wir für wert gehalten wurden, um so größer
die Gefahr, der wir ausgesetzt sind.
42,1. Die Apostel sind für
uns mit dem Evangelium beauftragt worden vom Herrn Jesus
Christus; Jesus, der Christus, ist von Gott ausgesandt worden.
2. Christus also von Gott her, und die Apostel von Christus
her. Es geschah also beides in guter Ordnung nach dem Willen
Gottes.
3. Da sie also Aufträge empfangen hatten und mit Gewißheit
erfüllt worden waren durch die Auferstehung unseres
Herrn Jesus Christus und Vertrauen gefaßt hatten durch
das Wort Gottes, zogen sie mit der Fülle des Heiligen
Geistes aus, verkündigend, daß das Reich Gottes
kommen werde.
4. In Ländern und Städten also predigend setzten
sie ihre Erstlinge ein, nachdem sie sie im Geist geprüft
hatten, zu Episkopen und Diakonen derer, die künftig
glauben würden.
5. Und dies war nichts Neues; denn es war ja seit langen
Zeiten geschrieben über Episkopen und Diakonen. So
nämlich sagt irgendwo die Schrift: "Ich werde
einsetzen ihre Episkopen in Gerechtigkeit und ihre Diakonen
in Treue."
43,1. Und was ist Erstaunliches
dabei, wenn die in Christus von Gott mit einem solchen Werk
Betrauten die eben Genannten eingesetzt haben? Wo doch auch
der selige, treue Hüter im ganzen Hause, Mose, alle
ihm übermittelten Anordnungen aufgezeichnet hat in
den heiligen Büchern; ihm sind auch gefolgt die übrigen
Propheten, die gleichermaßen Zeugnis ablegen für
das von ihm im Gesetz Bestimmte.
2. Jener nämlich, als Eifersucht erwuchs wegen der
Priesterwürde und die Stämme in Aufruhr waren,
welcher von ihnen geschmückt sein solle mit dem ehrenvollen
Namen, befahl den zwölf Stammeshäuptern, sie sollten
ihm Stäbe bringen, beschriftet mit dem Namen eines
jeden Stammes. Und er nahm und band sie und versiegelte
sie mit den Ringen der Stammeshäupter und legte sie
in das Zelt des Zeugnisses, auf den Tisch Gottes.
3. Und er verschloß das Zelt und versiegelte die Schlüssel
ebenso wie die Stäbe.
4. Und er sagte zu ihnen: ,Männer, Brüder; welches
Stammes Stab ausschlägt, den hat Gott auserwählt
zum Priesteramt und zum Dienst für ihn.'
5. Als es Morgen geworden war, rief er ganz Israel zusammen,
die sechshunderttausend Männer, und er zeigte den Stammeshäuptern
die Siegel und öffnete das Zelt des Zeugnisses und
holte die Stäbe hervor; und es fand sich, daß
der Stab Aarons nicht allein ausgeschlagen hatte, sondern
auch Frucht trug.
6. Was meint ihr, Geliebte? Hatte Mose nicht vorhergewußt,
daß dies geschehen würde? Ganz gewiß hatte
er es gewußt. Aber damit keine Unordnung entstünde
in Israel, hat er es so gemacht, damit verherrlicht würde
der Name des Wahrhaftigen und Einzigen, welchem sei die
Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
44,1. Auch unsere Apostel
haben durch unseren Herrn Jesus Christus gewußt, daß
es Streit geben würde über das ,Amt der Aufsicht'.
2. Aus diesem Grunde nun, da sie vollkommenes Vorherwissen
empfangen hatten, setzten sie die eben Genannten ein und
gaben danach Anweisungen, daß, wenn sie entschliefen,
andere bewährte Männer ihren Dienst übernehmen
sollten.
3. Daß nun die, die eingesetzt worden waren von jenen
oder danach von anderen angesehenen Männern unter Zustimmung
der ganzen Kirche, und untadelig dienten der Herde Christi
in Demut, still und nicht engherzig und von allen mit einem
(guten) Zeugnis versehen lange Zeit hindurch - daß
diese aus dem Dienst entfernt werden, halten wir nicht für
recht.
4. Denn keine kleine Sünde wird es für uns sein,
wenn wir die, die untadelig und fromm die Opfer dargebracht
haben, vom Episkopenamt entfernen.
5. Selig die vorausgegangenen Presbyter, deren Heimgang
reich an Frucht und vollkommen war; sie müssen nämlich
nicht fürchten, daß jemand sie verdrängt
von dem für sie errichteten Platz.
6. Wir sehen nämlich, daß ihr einige, die einen
guten Wandel führen, aus dem von ihnen untadelig in
Ehren gehaltenen Dienst herausgedrängt habt.
45,1. Seid streitsüchtig,
Brüder, und Eiferer - für das, was zum Heil dient!
2. Ihr habt Einblick genommen in die heiligen Schriften,
die wahren, die durch den Heiligen Geist (gegebenen?).
3. Ihr wißt, daß nichts Unrechtes und nichts
Gefälschtes in ihnen geschrieben steht. Ihr werdet
nicht finden, daß Gerechte abgesetzt wurden von frommen
Männern.
4. Gerechte sind verfolgt worden, aber von Frevlern. Sie
sind eingekerkert worden, aber von Gottlosen. Sie sind gesteinigt
worden, von Missetätern. Sie sind getötet worden,
von denen, die abscheulicher und ungerechter Eifersucht
Raum gegeben hatten.
5. Dies erlitten und ertrugen sie ruhmvoll.
6. Denn was sollen wir sagen, Brüder? Ist Daniel von
denen, die Gott fürchten, in die Löwengrube geworfen
worden?
7. Oder sind Ananias, Asarja und Misael von denen, die sich
dem erhabenen und herrlichen Dienst des Höchsten widmeten,
in den Feuerofen eingesperrt worden? Durchaus nicht! Wer
nun sind die, die dies getan haben? Die Verhaßten
und alles Schlechten Vollen steigerten sich bis zu einem
solchen Grad von Wut, daß sie jene, die in frommer
und untadeliger Absicht Gott dienten, in Pein stürzten,
nicht wissend, daß der Höchste ein Verteidiger
und Beschützer derer ist, die mit reinem Gewissen seinem
vortrefflichen Namen dienen. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit
zu Ewigkeit. Amen.
8. Die aber ausgeharrt haben in Zuversicht, haben Ehre und
Auszeichnung geerbt; sie sind erhöht worden und eingeschrieben
von Gott in sein Gedächtnis von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.
46,1. An solche Vorbilder
nun müssen auch wir uns halten, Brüder.
2. Denn es steht geschrieben: "Haltet euch an die Heiligen,
denn die, die sich an sie halten, werden geheiligt werden."
3. Und wiederum heißt es an einer anderen Stelle:
"Mit einem unschuldigen Mann wirst du unschuldig sein,
und mit einem Auserwählten wirst du auserwählt
sein, und mit einem Verkehrten wirst du auf verkehrtem Wege
sein."
4. Halten wir uns also an die Unschuldigen und Gerechten;
diese nämlich sind Auserwählte Gottes.
5. Weshalb (gibt es) Streitigkeiten, Zornausbrüche,
Spaltungen und Krieg bei euch?
6. Oder haben wir nicht einen Gott und einen Christus und
einen Geist der Gnade, der ausgegossen ist auf uns, und
(ist nicht) eine Berufung in Christus?
7. Warum ziehen und zerren wir die Glieder Christi auseinander
und lehnen uns gegen den eigenen Leib auf und gehen bis
zu einem solchen Grad von Tollheit, daß wir vergessen,
daß wir untereinander Glieder sind? Denkt an die Worte
Jesu, unseres Herrn.
8. Er hat nämlich gesagt: "Wehe jenem Menschen!
Es wäre für ihn besser, wenn er nicht geboren
worden wäre, als daß er einem meiner Auserwählten
Anstoß gibt. Besser wäre es, wenn ihm ein Mühlstein
umgehängt und er versenkt würde ins Meer, als
daß er einen meiner Auserwählten auf verkehrten
Weg führt."
9. Eure Spaltung hat viele auf verkehrten Weg geführt,
viele in Mutlosigkeit gestürzt, viele in Zweifel, uns
alle in Trauer; und euer Aufstand dauert fort!
47,1. Nehmt den Brief des
seligen Apostels Paulus zur Hand.
2. Was hat er euch zuerst am Anfang des Evangeliums geschrieben?
3. Wahrhaft auf geistliche Weise hat er euch (Weisung) gesandt,
ihn selbst und Kephas und Apollos betreffend, weil ihr auch
damals Parteien gebildet hatten.
4. Aber jene Parteineigung hat euch geringere Sünde
zugezogen. Denn ihr hattet euch angeschlossen (von Gott)
bezeugten Aposteln und einem nach ihrem Urteil erprobten
Mann.
5. Jetzt aber bedenkt, was für Leute euch auf verkehrten
Weg geführt und das Ansehen eurer allseits bekannten
Bruderliebe vermindert haben!
6. Es ist schändlich, Geliebte, überaus schändlich
und der Lebensführung in Christus unwürdig, wenn
man hört, daß die sehr gefestigte und alte Kirche
der Korinther wegen ein oder zwei Personen sich gegen die
Presbyter erhebt.
7. Und diese Kunde drang nicht nur zu uns, sondern auch
zu denen, die anders gesinnt sind als wir, so daß
auch Lästerungen vorgebracht werden gegen den Namen
des Herrn wegen eures Unverstandes, für euch selbst
aber obendrein Gefahr bewirkt wird.
48,1. Stellen wir also dieses
rasch ab, werfen wir uns nieder vor dem Herrn und flehen
wir ihn unter Tränen an, daß er gnädig sei
und sich mit uns versöhne und uns in den frommen, reinen
Wandel unserer Bruderliebe zurückversetze.
2. Denn dies ist das Tor der Gerechtigkeit, geöffnet
zum Leben, wie geschrieben steht: "Öffnet mir
die Tore der Gerechtigkeit; ich will durch sie eintreten
und den Herrn lobpreisen.
3. Dies ist das Tor des Herrn; Gerechte werden durch es
eintreten."
4. Von den vielen geöffneten Toren ist das (Tor) in
Gerechtigkeit dasjenige, das in Christus ist. Selig alle,
die durch es eintreten und ihren Weg gerade lenken in Heiligkeit
und Gerechtigkeit, unbeirrt alles vollbringend.
5. Mag einer gläubig sein, mag er fähig sein,
Erkenntnis auszusprechen, mag er weise sein in der Unterscheidung
der Worte, mag er heilig sein in Werken:
6. Er muß doch um so demütiger sein, je größer
er zu sein scheint, und muß suchen das allen gemeinsam
Nützliche und nicht das Seinige.
49,1. Wer Liebe in Christus
hat, der tue die Gebote Christi.
2. Das Band der Liebe Gottes - wer vermag es zu beschreiben?
3. Seine erhabene Schönheit - wer ist imstande, sie
auszudrücken?
4. Die Höhe, zu welcher die Liebe hinaufführt,
ist unaussagbar.
5. Liebe verbindet uns eng mit Gott, Liebe deckt zu die
Menge der Sünden. Liebe erträgt alles, sie duldet
alles. Nichts Gemeines ist in der Liebe, nichts Überhebliches.
Liebe kennt keine Spaltung, Liebe lehnt sich nicht au( Liebe
tut alles in Eintracht. In der Liebe sind zur Vollendung
geführt worden alle Auserwählten Gottes. Ohne
Liebe ist nichts wohlgefällig bei Gott.
6. In Liebe hat uns angenommen der Herr; um der Liebe willen,
die er zu uns hatte, hat Jesus Christus, unser Herr, sein
Blut gegeben für uns nach dem Willen Gottes, und das
(= sein) Fleisch für unser Fleisch und die (= seine)
Seele für unsere Seelen.
50,1. Seht, Geliebte, wie
etwas Großes und Wunderbares die Liebe ist, und von
ihrer Vollendung gibt es keine Beschreibung.
2. Wer ist würdig, in ihr erfunden zu werden außer
denen, welche Gott für würdig erachtet? Erbitten
wir also und erflehen wir von seinem Erbarmen, daß
wir in der Liebe erfunden werden ohne menschliche Parteineigung,
frei vom Tadel.
3. Alle Geschlechter von Adam bis zum heutigen Tage sind
vergangen; aber die, die in Liebe vollendet worden sind
gemäß der Gnade Gottes, besitzen den Ort der
Frommen. Sie werden offenbart werden beim Erscheinen der
Herrschaft Christi.
4. Denn es steht geschrieben: "Tretet ein in die Kammern
einen kurzen Augenblick, bis daß vorübergegangen
ist mein Zorn und mein Grimm. Und ich werde eines guten
Tages (eurer) gedenken und werde euch auferwecken aus euren
Gräbern."
5. Selig sind wir, Geliebte, wenn wir die Gebote Gottes
zu erfüllen suchten in Eintracht der Liebe, auf daß
uns durch Liebe die Sünden vergeben werden.
6. Denn es steht geschrieben: "Selig, deren Freveltaten
vergeben worden und deren Sünden zugedeckt worden sind.
Selig der Mann, dessen Sünde der Herr nicht anrechnet
und in dessen Mund kein Falsch ist."
7. Diese Seligpreisung bezog sich auf die, die auserwählt
sind von Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Ihm sei
die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
51,1. Für das also,
was wir verfehlt und was wir getan haben aufgrund gewisser
hinterlistiger Nachstellungen des Widersachers, laßt
uns bitten, daß uns vergeben werde. Auch jene aber,
die Anführer des Aufruhrs und der Spaltung waren, müssen
auf die gemeinsame Grundlage der Hoffnung blicken.
2. Die nämlich, welche in Furcht und Liebe wandeln,
wollen, daß lieber sie selbst in Drangsale stürzen
als die Nächsten. Lieber ertragen sie ihre eigene Verurteilung
als die der uns schön und gerecht überlieferten
Eintracht.
3. Besser nämlich für einen Menschen ist es, ein
Bekenntnis abzulegen über die Verfehlungen, als sein
Herz zu verhärten, so wie verhärtet wurde das
Herz derer, die einen Aufruhr gemacht hatten gegen den Diener
Gottes, Mose, deren Verdammnis offenkundig wurde.
4. Sie fuhren nämlich lebendig hinab in die Unterwelt,
und der Tod wird sie weiden.
5. Pharao und sein Heer und alle Führer Ägyptens,
auch die Wagen und ihre Reiter, sind aus keinem anderen
Grund ins Rote Meer versenkt worden und zugrundegegangen,
als deshalb, weil sich ihre unverständigen Herzen verhärtet
hatten, nachdem die Zeichen und Wunder in Ägypten durch
den Diener Gottes, Mose, geschehen waren.
52,1. Bedürfnislos,
Brüder, ist der Herr von allen Dingen. Er braucht nichts
von irgendjemandem, außer daß man ihm gegenüber
bekenne.
2. Es sagt nämlich der auserwählte David: "Ich
will bekennen dem Herrn, und es wird ihm gefallen mehr als
ein Jungrind, das Hörner ansetzt und Klauen. Sehen
sollen es Arme und sollen sich freuen."
3. Und wiederum heißt es: "Opfere Gott ein Lobopfer
und bezahle dem Höchsten deine Gelübde. Und rufe
mich an am Tage deiner Bedrängnis, und ich werde dich
erretten, und du wirst mich preisen."
4. "Denn ein Opfer für Gott ist ein zerknirschter
Geist."
53,1. Ihr kennt ja, ihr kennt
sogar gut die heiligen Schriften, Geliebte und ihr habt
euch vertieft in die Aussprüche Gottes. (Nur) zur Erinnerung
also schreiben wir dieses:
2. Nachdem nämlich Mose auf den Berg gestiegen war
und vierzig Tage und vierzig Nächte verbracht hatte
mit Fasten und Demütigung, sprach zu ihm Gott: "Steige
eilends hinab von hier, denn gefrevelt hat dein Volk, die
du geführt hast aus dem Lande Ägypten. Schnell
sind sie abgewichen von dem Wege, den du ihnen geboten hast;
sie haben sich Gußbilder gemacht."
3. Und es sprach der Herr zu ihm: "Ich habe zu dir
geredet einmal und zweimal folgendermaßen: ,Gesehen
habe ich dieses Volk, und siehe, es ist halsstarrig.' Laß
mich sie ausrotten, und ich werde auslöschen ihren
Namen unter dem Himmel, und ich werde dich machen zu einem
großen und wunderbaren Volk, ja, viel mehr als dieses.
4. Und es sprach Mose: ,Keinesfalls, Herr. Vergib die Sünde
diesem Volk, oder lösche auch mich aus dem Buch der
Lebenden."'
5. O große Liebe, o unübertreffliche Vollkommenheit!
Freimütig spricht der Diener zum Herrn. Er fordert
Vergebung für die Volksmenge, oder er bittet, daß
auch er selbst ausgelöscht werde mit ihnen.
54,1. Wer nun unter euch
(ist) edelmütig, wer barmherzig, wer erfüllt von
Liebe?
2. Er möge sprechen: Wenn es um meinetwillen Aufruhr
und Streit und Spaltungen (gibt), so wandere ich aus, ich
gehe fort, wohin ihr wollt, und tue, was von der Mehrheit
verordnet wird. Nur soll die Herde Christi im Frieden leben
mit den bestellten Presbytern.
3. Wer dies tut, wird für sich großen Ruhm in
Christus erwerben, und jeder Ort wird ihn aufnehmen. Denn
"des Herrn ist die Erde und ihre Fülle".
4. Das haben die, die den nicht zu bereuenden Wandel Gottes
beschreiten, getan und werden es tun.
55,1. Doch um sogar Beispiele
von Heiden zu bringen: Viele Könige und Führer
haben in Pestzeiten aufgrund eines Orakelspruchs sich selbst
in den Tod gegeben, um durch ihr Blut die Bürger zu
retten. Viele sind ausgewandert aus ihren eigenen Städten,
um den Aufruhr nicht noch zu vermehren.
2. Wir wissen von vielen bei uns, die sich selbst in Ketten
überliefert haben, um andere zu erlösen. Viele
haben sich selbst in Sklaverei begeben, und mit ihrem Kaufpreis
haben sie andere gespeist.
3. Viele Frauen, stark gemacht durch die Gnade Gottes, vollbrachten
viele mannhafte Taten.
4. Die selige Judith erbat bei der Belagerung der Stadt
von den Ältesten, sie hinausgehen zu lassen in das
Lager der Fremdstämmigen.
5. Sich selbst also der Gefahr aussetzend ging sie hinaus
aus Liebe zum Vaterland und zum Volk, das sich in der Belagerung
befand, und der Herr gab den Holofernes in die Hand einer
Frau.
6. Nicht minder setzte auch die im Glauben vollkommene Esther
sich selbst der Gefahr aus, um das Zwölfstämme-Volk
Israels, als ihm Vernichtung drohte, zu retten. Denn durch
ihr Fasten und durch ihre Selbstdemütigung bat sie
den allsehenden Herrn, den Gott der Äonen. Der, als
er die Demut ihrer Seele sah, rettete das Volk, um dessentwillen
sie die Gefahr auf sich genommen hatte.
56,1. Auch wir also wollen
beten für die, die in irgendeiner Verfehlung leben,
damit ihnen Sanftmut und Demut verliehen werde, auf daß
sie nachgeben - nicht uns, sondern dem Willen Gottes. So
nämlich wird für sie fruchtbar und vollkommen
sein vor Gott und den Heiligen das mitleidvolle Gedenken.
2. Nehmen wir Züchtigung an, über die niemand
aufgebracht sein darf, Geliebte. Die Ermahnung, die wir
einander geben, ist gut und überaus nützlich;
sie verbindet uns nämlich mit dem Willen Gottes.
3. So sagt nämlich das heilige Wort: "Schwer gezüchtigt
bat mich der Herr, doch dem Tode hat er mich nicht preisgegeben.
4. Denn welchen der Herr liebt, den züchtigt er. Er
geißelt jeden Sohn, den er annimmt."
5. "Züchtigen wird mich", heißt es
nämlich, "der Gerechte mit Erbarmen, und er wird
mich zurechtweisen; das Öl der Sünder aber soll
mein Haupt nicht salben."
6. Und wiederum heißt es: "Selig der Mensch,
den der Herr zurechtgewiesen hat. Die Züchtigung des
Allmächtigen weise nicht zurück. Denn er bewirkt
Schmerz, und er stellt wieder her.
7. Er schlug, und seine Hände heilten.
8. Sechsmal wird er dich aus Trübsalen herausreißen,
beim siebtenmal aber wird das Übel dich nicht treffen.
9. In Hungersnot wird er dich retten vor dem Tod, im Krieg
aus der Hand des Schwertes dich lösen.
10. Und vor der Geißel der Zunge wird er dich verbergen,
und keinesfalls sollst du dich fürchten vor den kommenden
Übeln.
11. Ungerechte und Frevler sollst du verlachen, vor wilden
Tiere dich keinesfalls fürchten;
12. denn die wilden Tiere werden mit dir in Frieden leben.
13. Dann sollst du erfahren, daß in Frieden leben
wird dein Haus; die Wohnstätte deiner Hütte soll
keinesfalls Mangel haben.
14. Erfahren sollst du, daß zahlreich (wird) dein
Same, deine Kinder wie die Fülle des Krauts auf dem
Acker.
15. Ins Grab wirst du kommen wie reifes Korn, zur rechten
Zeit geerntet, oder wie ein Garbenhaufe auf der Tenne, zur
rechten Zeit eingebracht."
16. Ihr seht, Geliebte, wie groß der Schutz ist für
die, die vom Herrn gezüchtigt werden; denn als guter
Vater züchtigt er, damit wir Erbarmen fänden durch
seine heilige Züchtigung.
57,1. Ihr nun, die ihr mit
dem Aufruhr begonnen habt, ordnet euch den Presbytern unter
und laßt euch züchtigen zur Buße und beugt
die Knie eures Herzens!
2. Lernt, euch unterzuordnen, legt ab die prahlerische und
hochmütige Überheblichkeit eurer Zunge! Denn es
ist besser für euch, in der Herde Christi Mein und
dazugerechnet gefunden zu werden, als über die Maßen
in Geltung stehend aus ihrer Hoffnung verstoßen zu
sein.
3. Denn so spricht die vortreffliche Weisheit: "Siehe,
verkünden will ich euch meines Mundhauchs Rede, will
euch lehren mein Wort.
4. Da ich rief und ihr nicht gehört habt, und da ich
ausdehnte die Worte und ihr nicht darauf acht gabt, sondern
habt wertlos gemacht meine Absichten und wart gegenüber
meinen Zurechtweisungen nicht gehorsam: Darum will auch
ich über euren Untergang lachen, will spotten, wenn
über euch Verderben kommt, und wenn plötzlich
Verwirrung über euch hereinbricht, (wenn) die Katastrophe
da ist gleich einem jähen Windstoß, oder wenn
über euch kommt Bedrängnis und Belagerung.
5. Denn es wird sein, daß ihr mich anrufen werdet,
ich aber werde euch nicht erhören. Suchen werden mich
Böse und werden mich nicht finden. Denn Weisheit haben
sie gehaßt, die Furcht des Herrn nicht angenommen;
sie wollten nicht achten auf meine Ratschläge, haben
verspottet meine Zurechtweisungen.
6. Deshalb sollen sie die Früchte ihres Weges essen,
und mit ihrer Gottlosigkeit sollen sie sich füllen.
7. Denn dafür, daß sie Unrecht getan haben an
Unmündigen, sollen sie getötet werden; und das
Gericht soll die Gottlosen vernichten. Wer aber auf mich
hört, der soll wohnen in Hoffnung (oder: voll Vertrauen?),
und er soll Ruhe haben ohne Furcht vor allem Bösen."
58,1. Gehorchen wir also
seinem allheiligen und glorreichen Namen und hüten
wir uns vor den zuvor erwähnten durch die Weisheit
an die Ungehorsamen gerichteten Drohungen, damit wir "wohnen"
im Vertrauen auf den heiligsten Namen seiner Majestät.
2. Nehmt an unseren Rat, und ihr werdet es nicht bereuen.
Denn es lebt Gott, und es lebt der Herr Jesus Christus und
der Heilige Geist - der Glaube und die Hoffnung der Auserwählten,
daß derjenige, der in Demut und beharrlicher Sanftmut
ohne Wanken die von Gott gegebenen Satzungen und Anordnungen
befolgt, eingeordnet und dazugerechnet sein wird zur Zahl
derer, die gerettet werden durch Jesus Christus, durch welchen
ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
59,1. Wenn aber einige dem
von ihm durch uns Gesagten nicht gehorchen, so sollen sie
erkennen, daß sie sich in Verfehlung und in nicht
geringe Gefahr verwickeln werden.
2. Wir aber werden unschuldig sein an dieser Sünde,
und wir werden beten, darbringend inständiges Gebet
und Flehen, daß der Schöpfer des Alls die abgezählte
Zahl seiner Auserwählten in der ganzen Welt vollständig
bewahren möchte durch seinen geliebten Sohn Jesus Christus,
unseren Herrn, durch welchen er uns berufen hat von der
Finsternis zum Licht, von der Unkenntnis zur Kenntnis der
Herrlichkeit seines Namens,
3. zu hoffen auf den Urgrund aller Schöpfung, deinen
Namen, der du geöffnet hast die Augen unseres Herzens,
um dich zu erkennen, den allein Höchsten im Höchsten,
den Heiligen, ruhend im Heiligen. Der du demütigst
den Stolz der Prahler, der du vereitelst die Pläne
der Heiden, der du Demütige erhebst und die Hohen demütigst'
der du reich machst und arm, der du tötest und machst
lebendig, du allein Wohltäter der Geister und Gott
allen Fleisches. Der du hineinsiehst in die Abgründe'
der du Beobachter bist der menschlichen Taten, der du Helfer
bist derer, die in Gefahr sind, der du Retter bist der Hoffnungslosen,
der du Schöpfer bist und Aufseher jeglichen Geistes.
Der du zahlreich machst die Völker auf Erden, und hast
dir aus allen (die) erwählt, die dich lieben, durch
Jesus Christus, deinen geliebten Sohn, durch welchen du
uns hast erzogen, geheiligt, geehrt.
4. Wir bitten dich, Herr, unser Helfer zu sein und unser
Beschützer. Die unter uns in Bedrängnis sind rette,
die Gestrauchelten richte auf den Betenden zeige dich, die
Kranken heile, die Irrenden deines Volkes bring auf den
rechten Weg. Sättige die Hungernden, erlöse unsere
Gefangenen, richte auf die Schwachen, tröste die Kleinmütigen.
Es sollen erkennen alle Völker, daß du allein
Gott bist, und Jesus Christus dein Sohn, und wir dein Volk
und Schafe deiner Weide.
60,1. Du hast ja die ewige
Ordnung der Welt durch die waltenden Kräfte geoffenbart;
du, Herr, hast den Erdkreis geschaffen: der Treue in allen
Geschlechtern, gerecht in allen Urteilen, wunderbar in Stärke
und Erhabenheit, der Weise bei der Schöpfung, und klug,
das Geschaffene zu bewahren, der Gütige im Sichtbaren,
und liebevoll für die, die auf dich vertrauen. Barmherziger
und Mitleidiger, vergib uns unsere Frevel und unsere Ungerechtigkeiten
und Verfehlungen und Vergehen,
2. rechne nicht an alle Sünde deiner Knechte und Mägde
sondern reinige uns mit der Reinigung deiner Wahrheit, und
lenke unsere Schritte, in Heiligkeit des Herzens zu wandeln,
und zu tun das Gute und Wohlgefällige vor dir und vor
unseren Herrschern.
3. Ja, Herr, laß leuchten dein Angesicht über
uns zum Guten in Frieden, auf daß wir beschützt
seien durch deine starke Hand und gerettet würden vor
jeglicher Sünde durch deinen erhobenen Arm, und rette
uns vor denen, die uns unverdientermaßen hassen.
4. Gib Eintracht und Frieden uns und allen, die die Erde
bewohnen, wie du sie gegeben hast unseren Vätern, als
sie dich fromm anriefen in Glauben und Wahrheit, daß
wir gehorsam werden deinem allmächtigen und herrlichen
Namen, sowie unseren Herrschern und Regierenden auf Erden.
61,1. Du, Herr, hast ihnen
die Befugnis zur Königsherrschaft gegeben durch deine
erhabene und unaussprechliche Macht, damit wir erkennen
die von dir ihnen gegebene Herrlichkeit und Ehre, uns ihnen
unterzuordnen, keineswegs im Widerspruch zu deinem Willen.
Ihnen gib, Herr, Gesundheit, Frieden, Eintracht, Beständigkeit,
damit sie ausüben die ihnen von dir gegebene Regierungsgewalt
untadelig.
2. Denn du, Herr, himmlischer König der Äonen'
gibst den Menschen Herrlichkeit und Ehre und Macht über
das, was auf Erden ist. Du, Herr, lenke ihren Willen entsprechend
dem, was gut ist und wohlgefällig vor dir, damit sie,
in Frieden und Milde fromm die von dir ihnen gegebene Macht
ausübend, Gnade bei dir finden.
3. Der du allein vermagst, zu tun dies und noch größere
Wohltaten unter uns: Dich preisen wir durch den Hohenpriester
und Beschützer unserer Seelen, Jesus Christus, durch
welchen dir gebührt die Herrlichkeit und die Majestät
jetzt und von Geschlecht zu Geschlecht und von Ewigkeit
zu Ewigkeit. Amen.
62,1. Über das, was
unserer Religion angemessen ist, und was in allererster
Linie notwendig ist zu einem tugendsamen Leben für
die, die (ihr Leben) fromm und gerecht führen wollen,
haben wir euch hinreichend brieflich unterrichtet, Männer,
Brüder.
2. Denn über Glauben und Buße und echte Liebe
und Enthaltsamkeit und Besonnenheit und Geduld haben wir
jeden Punkt berührt, daran erinnernd, daß ihr
in Gerechtigkeit und Wahrheit und Langmut dem allmächtigen
Gott fromm gefallen müßt, indem ihr Eintracht
haltet, ohne Böses nachzutragen, in Liebe und Frieden,
mit beharrlicher Sanftmut, wie ja auch unsere zuvor erwähnten
Väter (Gott) gefallen haben, da sie demütig waren
gegenüber dem Vater, dem Gott und Schöpfer, und
gegenüber allen Menschen.
3. Und daran haben wir euch um so lieber erinnert, als wir
genau wußten, wir schrieben an Männer, die gläubig
sind und hochangesehen und die sich vertieft haben in die
Aussprüche der Unterweisung Gottes.
63,1. Es ist also angebracht,
sich derartigen und so zahlreichen Vorbildern zuzuwenden,
den Nacken zu beugen und den Platz des Gehorsams einzunehmen,
damit wir, ablassend vom nichtigen Aufruhr, zu dem uns in
Wahrheit vorgelegten Ziel gelangen ohne allen Tadel.
2. Freude nämlich und Jubel werdet ihr uns bereiten,
wenn ihr, gehorsam gegenüber dem, was von uns durch
den Heiligen Geist geschrieben worden ist, den frevelhaften,
aus eurer Eifersucht geborenen Zorn ausrottet gemäß
der Bitte, die wir hinsichtlich Frieden und Eintracht in
diesem Brief vorgebracht haben.
3. Wir haben ferner gläubige und besonnene Männer
gesandt, die von Jugend auf bis ins Alter untadelig unter
uns ihren Wandel geführt haben; diese werden auch Zeugen
sein zwischen euch und uns.
4. Das haben wir aber getan, damit ihr erkennt, daß
unsere ganze Sorge war und ist, ihr möchtet rasch zum
Frieden kommen.
64. Im übrigen verleihe der allsehende Gott, der Herrscher der Geister und Herr alles Fleisches, der auserwählt hat den Herrn Jesus Christus und durch ihn uns zu einem erlesenen Volk, jeder ,Seele', die seinen erhabenen und heiligen Namen angerufen hat, Glauben, Furcht, Frieden, Geduld und Langmut, Enthaltsamkeit, Keuschheit und Besonnenheit, auf daß sie (sc. die ,Seelen') seinem Namen wohlgefällig seien durch unseren Hohenpriester und Beschützer Jesus Christus, durch welchen ihm sei Herrlichkeit und Majestät, Macht und Ehre, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.
65,1. Die von uns abgesandten
aber, Claudius Ephebius und Valerius Bito samt Fortunatus,
schickt in Frieden mit Freude bald zurück zu uns, damit
sie uns möglichst schnell von dem erwünschten
und ersehnten Frieden und der Eintracht Bericht geben, damit
um so schneller auch wir uns freuen über eure gute
Ordnung.
2. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch und
mit allen überall, die berufen sind von Gott und durch
ihn, durch welchen ihm sei Herrlicheit, Ehre, Macht und
Majestät, ewiger Thron, von Ewigkeit in alle Ewigkeit.
Amen.