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Heiliger Clemens von Rom

Schutzpatron unserer Gemeinde

Die Legende des Heiligen Klemens von Rom

Mosaik des HeiligeN Clemens von RomDer Heilige bekehrte viele Angehörige des römischen Adels, unter denen sich auch die Schwester des Kaisers, Flavia Domitilla, befand.

Als die Christen sich heimlich versammelten, um ihren Gottesdienst zu feiern, da schlich sich ihr Gatte hinzu, um zu sehen, was sie dort machten. Gott aber schlug ihn wegen seiner Neugier mit Blindheit.

Als der Edelmann sich allein nicht mehr entfernen konnte, gab er sich zu erkennen. Da trat der heilige Papst Klemens zu ihm, betete über ihn und öffnete ihm die Augen.

Durch dieses Wunder vermochte er dem staunenden Heiden nicht nur die Augen, sondern auch das Herz zu öffnen, so dass er sich taufen ließ. Seinem Beispiel folgten viele andere.

Kaiser Trajan aber, dem dies überbracht wurde, ließ Klemens ergreifen und auf die wüste Halbinsel Chersones (heute Sewastopol auf der Krim) verbannen.

Dort befanden sich mehr als zweitausend Christen. Sie mussten schwere Arbeit verrichten, Steine brechen und nach Erz schürfen. Viele von ihnen starben.

Auch der Bischof von Rom musste trotz seines hohen Alters in den Bergwerken arbeiten. Er ertrug alle Leiden freudig und ermunterte die Mitgefangenen zur geduldigen Hinnahme.

Das Schlimmste war der Mangel an Wasser und der grausame Durst, der sie quälte. Von Mitleid ergriffen, warf Klemens sich auf die Knie und flehte der Herrn an um Hilfe in dieser Not.

Während er betete, erblickte er auf einem hohen Felsen ein Lämmlein, welches seinen Fuß emporhielt, als wolle es auf eine bestimmte Stelle weisen.

Klemens kletterte hinauf und schlug mit seiner Hacke in den Felsen, und sieh da, sogleich sprudelte eine klare Quelle wohlschmeckenden Wassers hervor.

Staunend über dieses Wunder bekehrten sich von den Strafgefangenen alle jene, die sich noch nicht zum Christum bekannten, ja auch die Bewohner der Insel folgten ihrem Beispiel und rissen die heidnischen Tempel ein, um an ihre Stelle christlicher Bethäuser zu setzen.

Als der Kaiser hiervon hörte, schickte er seinen Landpfleger Ausidianus dorthin, der sollte die Christen von ihrem Glauben abbringen.

Doch sah er, dass sie in ihren Qualen immer wieder von dem römischen Bischof gestärkt wurden, der sie zum Ausharren bewegte.

Da ließ er Klemens auf einem Schiff hinaus ins Meer bringen, einen Anker um seinen Hals binden und ihn ins Meer versenken, damit die Christen seinen Leib nicht mehr finden könnten.

Die am Ufer stehenden Bekehrten aber beteten inbrünstig, Gott möge nicht zulassen, dass der Leib des Heiligen auf dem Meeresgrund bliebe.

Und siehe, kaum hatte der Landpfleger sich mit seinen Schergen entfernt, da wich das Meer zurück, und eine schöne, aus Marmor gebaute Kapelle wurde sichtbar.

Verwundert stiegen die Christen zu dieser Kapelle hinab und fanden einen steinernen Sarg mit dem Leichnam des Heiligen.

Viele Jahre später erhob der heilige Cyrillus die Gebeine und brachte sie nach Rom, wo sie in der Kirche San Clemente beigesetzt wurden, die schon im vierten Jahrhundert dem Andenken des heiligen Papstes geweiht worden war und heute noch besteht.

(aus: E. und H. Melchers "Das große Buch der Heiligen", München 1978)