
Von der Spitze des Fensters schaut uns Christus durchdringend an. Es ist
ein Bild aus dem Evangeliar des karolingischen Kaisers Lothar, entstanden
um 870. Dieser Christus steht über allem, von ihm geht alles aus. Strahlen
seines überirdischen Goldglanzes fallen auf die Schöpfung und
treffen sogar noch den Sünder. In diesem Fenster ist Christus das „Alpha“,
der Anfang, im gegenüberliegenden Fenster das „Omega“, das
Ende, auf das alles ausgerichtet ist.
Unter dem Christusantlitz wird links die Vertreibung aus dem Paradies gezeigt. Der Engel mit dem Schwert treibt Adam und Eva nach dem Sündenfall aus dem Goldglanz, aus dem Paradies, aber nicht ins Hoffnungslose, denn rechts steht die neue Eva, Maria, die der Schlange den Kopf zertritt.
Darunter ist über die ganze Breite des Fensters hin die Hochzeit zu Kanaan zu erkennen. Vorne stehen die steinernen Krüge. Maria tritt als Mittlerin auf und befiehlt den Dienern: „Was er euch sagen wird, das tut!“. Diese Worte gelten für uns alle.
Unter der Hochzeitsszene wird - auf dem Bild der rechten Seite - Gottes unendliche verzeihende Liebe im Gleichnis vom verlorenen Sohn deutlich. Links zeigt der Samariter, dass Gottes Liebe uns auch verpflichtet; wir dürfen nicht vorübergehen wie die zwei kleinen Figuren im Hintergrund. Ganz unten rechts im Bild stellt sich Jesus zwischen die aufgebrachte Menge und die Sünderin. Ihr rotes Gewand deutet ihre Sünde an, wie Pfeile streckten sich die Arme der „Gerechten“ nach der Frau aus. Aber Jesus weist die Menge in die Schranken. „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“. Wenn er verzeihen kann, müssen die Menschen, die selbst alle Sünder sind, das erst recht können.
Die Rosen im linken unteren Sektor sind Sinnbilder für Maria: „Du geheimnisvolle Rose“ (Lauretanische Litanei). Sie betonen noch einmal ihre Wichtigkeit in Gottes Heilswerk.